Libertäre Linke in der Nordstadt (Braunschweig)

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Besser ohne Partei sozial und solidarisch- im Siegfriedviertel, Uni-Viertel, in der Schuntersiedlung, in Kralenriede & am Schwarzen Berg – demokratisch, sozial, gradeheraus und (un)wider(steh)lich.

Wer war eigentlich Julius Hirsch?

Erstmal ein Fußballspieler- Spitzname „Juller(Position Sturm- zuerst Linksaußen)– und ein so guter, dass er mehrmals in der deutschen Nationalmannschaft spielen durfte bzw. konnte und in einem Spiel vier Tore schoss.  Genaueres dazu findet sich hier. Dann war Julius Hirsch Vereinsmitglied und Trainer, denn diejenigen, die die Leidenschaft packt,  die hören nicht einfach so auf!

Julius Hirsch’s Geschichte ist aber nicht nur „Glanz und Gloria“, denn er war („dekorierter“) Weltkriegssoldat (1914- 18, geb. 1892) und wurde von den Nazis aufgrund seiner jüdischen Herkunft bzw. Religion verfolgt und kam nach seiner Verschleppung im Todeslager Auschwitz 1943 ums Leben. Zwischendrin (1939) ließ er sich gezwungenermaßen scheiden, gab also theoretisch seine Familie auf- so wie er ein paar Jahre vorher schon seine Vereinsmitgliedschaft durch den Druck der ab 1933 herrschenden Nazis offiziell aufgeben musste.

Um die Vergehen und erst recht die Verbrechen, unter denen auch Sportlerinnen und Sportler zu dieser Zeit zu leiden hatten, nicht vergessen zu machen, beschäftigt sich der DFB („Deutscher Fußball Bund“) als bundesdeutscher Dachverband seit ca. zehn Jahren mit der Geschichte seines Verbandes- und seit 2005 gibt es auch einen Preis- den Julius-Hirsch-Preis– offizielle Infos hier– mit dem herausragendes antirassistisches Engagement von Vereinen und Fangruppen belobigt und prämiert wird. So wird also die Geschichte von Julius Hirsch exemplarisch für viele  damals verfolgte Sportlerinnen und Sportler greifbar und situativ- „hautnah„- und (endlich) auch im Bereich des Sports erfassbar und ins Heute übersetzt.

Das Grauen hat(te) viele Gesichter, Gedenken ist wichtig- aber nicht nur eins aus Büchern und für Pennäler- es kommt darauf an, den Schwur von Buchenwald mit Leben zu erfüllen:

Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig

In diesem Sinne hoffe ich, den Einen oder die Andere ein wenig neugierig gemacht und vielleicht schon überzeugt zu haben, dass unser Stadionsvorplatz nach Julius Hirsch zu benennen, eine bessere Idee ist als ihn nach Konrad Koch oder einem x-beliebigen „Braunschweiger Mettwurst-Esser“ (abgewandeltes Zitat von H. M.) zu nennen.

Zudem wäre es ein positives Zeichen von politischer Größe und Weitsicht des Stadtbezirksrats Nordstadt, dem Antrag, den Stadionsvorplatz nach Julius Hirsch zu benennen, mehrheitlich zuzustimmen.

Die Sitzung hierzu (Tagesordnungspunkt 6b) findet an diesem Donnerstag, 09.09.2010, 19 Uhr, Ottenroder Str. 11D, statt.

MfG

Nicolas Arndt

Passender Link der Woche:

»Denkt selber und seid nicht gleichgültig«

(…)

Zierlich, voller Tatendrang und mit viel Esprit engagierte sich Sonja Sonnenfeld bis vor wenigen Wochen für ein friedliches und respektvolles Miteinander der Kulturen sowie für Toleranz gegenüber allen Menschen, gleich welcher Hautfarbe und Nationalität. Im Berlin der 1920er und 1930er Jahre verkehrte sie in Künstler- und Filmkreisen. Mit wachem Geist verfolgte sie, wie Juden und Kritiker des faschistischen Regimes ihrer Menschenwürde beraubt und verschleppt wurden. Nach dem Pogrom vom 9. November 1938 kehrte sie nach Schweden zurück. Sie half Kriegsopfern, arbeitete als Übersetzerin sowie als Managerin in der Stockholmer Kulturszene. Seit 1969 war sie als Geschäftsführerin des Raoul-Wallenberg-Komitees tätig. Ihre Vortragsreisen führten sie in viele Länder. Rosalinde Palm von Ossietzky, Astrid Lindgren und Simon Wiesenthal besuchten sie in ihrem »Offenen Haus«, einer internationalen Begegnungsstätte in ihrer Stockholmer Wohnung, die über vierzig Jahre hinweg an den Sonntagen jedem offenstand. Noch im März 2010 beeindruckte sie im Berliner Rathaus durch ihren Charme und Humor, durch ihre Aufgeschlossenheit und geistige Frische.

(…)“

Wirtschafts-Link der Woche:

„(…)

Über die Mächtigkeit von Banken … in der Wirklichkeit und im Antisemitismus

geschrieben am 19. August 2010 von Spiegelfechter ein Gastartikel von Wolf Wetzel Den Rest des Beitrags lesen »

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Girls just wanna have

…fun? Naja, die folgende Dame gehört eher zum ernsthafteren Teil der Menschheit- sie hat gegen den Hr. Sarrazin (SPD) eine Strafanzeige erstattet (korrekt- Strafantrag gestellt, vgl. dejure.org)

Aylin Selcuk verklagt Sarrazin

Kein Kopftuchmädchen

Die Deutschtürkin Aylin Selcuk verklagt Thilo Sarrazin wegen Volksverhetzung. Der habe den Rassismus salonfähig gemacht, sagt die Zahnmedizinstudentin. — weiter zu lesen hier

und auch der folgende Professor läßt kein gutes Haar an Hr. Sarrazins kürzlich getätigten Äußerungen:

Rechtspopulismus pur

Nur ein Demagoge wie Sarrazin kann Verbündete in etablierten Kreisen finden.

 Prof. Dr. Christoph Butterwegge

Prof. Dr. Christoph Butterwegge

Thilo Sarrazin und sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ sind in aller Munde – schon bevor es am heutigen Montag offiziell vorgestellt wird. Offenbar trifft der Bundesbank-Vorstand und frühere Berliner Finanzsenator mit seinen äußerst polemischen Vorwürfen gegenüber sozial benachteiligten Minderheiten thematisch wie politisch-inhaltlich den Zeitgeist. Am Wochenende legte Sarrazin nach. Seine Äußerung: „Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen“ in einem Zeitungsinterview befeuerte die Debatte nochmals. — weiterlesen hier

“ und sogar Michel Friedman (CDU), selbst nicht grade ein „Kind von Traurigkeit“, was derbe Ausdrucksweise anbelangt, ist von Hr. Sarrazins nepotistischen Sprüchen keineswegs angetan:

Debatte über Migration

Friedman nennt Sarrazin „Hassprediger“

Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin wird wegen seiner jüngsten Äußerungen über Juden heftig kritisiert, erhält aber auch Rückendeckung durch prominente Fürsprecher. — weiter zu lesen hier

“ und die „Journaille“ selbst ist auch keineswegs verzückt:

Sarrazin

Das Buch eines Besessenen

Thilo Sarrazin genießt in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ seine Angriffe auf die Menschenwürde. Das ist nicht nur ein Fall für die Justiz. — weiter zu lesen hier

die Blogger-Gemeinde wiederum ist gespalten- in einen Teil, der Denkverbote wittert und einen Teil, der an Hr. S. (m. E. zu recht) nichts Gutes finden kann- siehe hier und hier als Beispiele

und für die, die nicht gern lesen- gibt’s einen Radiobeitrag:

Wilhelm Heitmeier, Soziologe Universität Bielefeld

im Gespräch mit Claus Heinrich

Thilo Sarrazin bedient rechtspopulistisches Potenzial

Nach Ansicht des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer bedient Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin mit der Wortwahl bei seinen umstrittenen Thesen zur Integrationspolitik „eindeutig ein rechtspopulistisches Potenzial“.

Und wer sich nun fragt, was das mit Braunschweigs Erstem Stadtrat Lehmann (FDP) und der Braunschweiger Presselandschaft zu tun hat- der/ die möge sich noch etwas gedulden 😉 – einfach morgen Mittag auf „Neu laden“ klicken. (ok, etwas zu spät- aber der Wille zählt 🙂

Hierbei geht es um den- vielleicht beim schnellen Lesen untergegangenen Spruch des Ersten Manns (oder sollte man ihn besser „Frontschwein“ nennen?) der Braunschweiger FDP, die Nörgler und Zweifeler sollten doch eine Anzeige erstatten- in dem hier verlinkten Artikel.

So wie der Hr. Lehmann das sieht, kann man das bestimmt sehen, muß es aber nicht, daher ist seine Anmerkung zumindest süffisant, aber auch ein wenig selbstherrlich. Schade, dass auch dieser (ehemals?) „Liberale“ dem despotisch agierenden Oberbürgermeister mitsamt seinen CDU-Vasallen schon so nach dem Munde redet, seine „Denke“ schon soweit angepaßt zu haben scheint. Nun, Parteien verändern sich- bestimmt wird die Linkspartei in zehn Jahren auch eine (etwas) andere Partei sein-

aber eines ist noch interessant in Sachen lokalste Politik, also die Nordstadt betreffend- hier der Name des Stadionvorplatzes– das weitgehende Verschweigen des von mir zur nächsten Bezirksratssitzung (Donnerstag, 09.09.2010, 19 Uhr, Ottenroder Str. 11B) vorgetragenen Vorschlags, diesen Platz nicht nach Konrad Koch, sondern nach dem deutsch-jüdischen Fußballnationalspieler Julius Hirsch zu benennen.

Dazu wurde am 24.08.2010 per Email eine „PM“ (Pressemitteilung) verschickt- zur Sicherheit am nächsten Tage noch seitens der Ratsfraktion gefaxt- an „BZ“, „nb“, „Radio Okerwelle“ und „BS Report“- man weiß bei Emails manchmal nicht, ob sie bei den Zuständigen tatsächlich ankommen oder vielleicht als „Spam“ aussortiert werden.

Bisher hat „nur“ Radio Okerwelle diesen Vorschlag am 25.08. in den Lokal-Nachrichten

und heute Abend (01. Sept. 2010, 18 Uhr 05) ein Live-Interview mit mir zu dem Thema gebracht.

Es bleibt spannend, ob wenigstens zur Bezirksratssitzung, bei der dieser Antrag (und eine dieser typischen „angryyoungmen“ Linkspartei-Anfragen zum sog. Spaßbad BZR331-TO090910-Li-01-Anfrage-Fortschritt-Baumaßnahme-Wasserwelt-FEB) auf der Tagesordnung stehen, die „reguläre“ Presse erscheint oder ob Alternativ-Vorschläge zu „KK“ weiterhin zumeist aus der öffentlichen Debatte ausgeblendet werden. Insoweit mag sich zumindest die „BZ“ (Braunschweiger Zeitung) daran erfreuen, von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung preislich geehrt worden zu sein- zu einer Bürger-Zeitung im wahrsten Sinne macht sie so etwas nicht, dafür wäre mehr kritische und weniger obrigkeitshörige Berichterstattung nötig.

MfG

Nicolas Arndt

Wirtschaftslink der Woche- heute aus dem Managermagazin (!): Den Rest des Beitrags lesen »

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