Libertäre Linke in der Nordstadt (Braunschweig)

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Besser ohne Partei sozial und solidarisch- im Siegfriedviertel, Uni-Viertel, in der Schuntersiedlung, in Kralenriede & am Schwarzen Berg – demokratisch, sozial, gradeheraus und (un)wider(steh)lich.

Hugenberg im neuen Kleide

ein paar Gedanken zur letzten Sitzung des Bezirksrats Nordstadt

Zuerst muss ich mich entschuldigen.

Einmal bei den Kollegen im Bezirksrat, dass ich sie, entgegen der Behauptung der Kollegin Kapphammel (CDU), nicht des Antisemitismus bezichtigt habe. Dann dafür, dass ich den Revanchismus, Rassismus und den militaristischen Kadavergehorsam, die bedenkenlose Geschichtsfälschung, die in der Sitzung von Seiten einiger Kollegen und einer Kollegin aus den Reihen von CDU und SPD betrieben wurde*, nicht vehementer benannt habe, solange, bis mir das Wort entzogen worden wäre bzw. ich aus der Sitzung entfernt worden wäre.

Dann bitte ich die Angehörigen der Nazi-Opfer und diejenigen um Verzeihung, deren Eltern und andere Verwandte, wenn Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten viel früher dem braunen Spuk Einhalt geboten hätten**, die Nazi-Zeit nicht hätten erleben müssen.

Das mag jetzt alles irgendwie „pathetisch“ klingen. Ja, aber wie ist es zu werten, wenn schon auf kleinster Ebene Rassismus, Antisemitismus, Revanchismus und Militarismus sowie Geschichtsfälschung hofiert oder gedankenlos abgefrühstückt werden? (weiterlesen mit Klick auf:)

Mir ist das- zugegeben- erst mit Durchsicht des offiziellen Protokolls zur letzten Sitzung so richtig klar geworden. Auch dafür entschuldige ich mich. Unsere Wählerinnen und Wähler hätten es verdient, wenn ich mich keinesfalls einlullen ließe angesichts dieser sich offenbarenden Menschenverachtung. Ja, ich fühle mich schuldig. Ich schäme mich aber auch für meine gedankenlosen oder feigen Kolleginnen und Kollegen in CDU, SPD und FDP, aber auch für die, die sich nicht in Position bringen gegen Unmenschlichkeit, die nicht zur Sitzung kommen, wenn klar ist, dass man sich äußern können müsste. Da sind so Stimmungen, da fragt man nach dem Sinn. Widerstand leisten, widerständig sein- das sagt sich so leicht, wenn man (fast) immer die übergroße Mehrheit gegen sich hat, wenn Gemeindeordnung und Satzung gebogen wird, dass Balken schon gesplittert wären, wenn Häme grenznah am Hass vorbeischrammt.

Aber es geht ja weiter- bereits an diesem Donnerstag (04.11.2010, 19 Uhr, Ottenroder Str. 11B) ist wieder Bezirksratssitzung. Und bestimmt wird wieder vorne rum gelächelt und hinten rum gepöbelt. Einzig die beiden Grünen sind noch ein Lichtstreif am Horizont, die haben gleich bzw. später begriffen, worum es geht- nicht einfach nur um „Namen“ (Platzbenennung nach dem jüdisch-deutschen Fußball-Nationlspieler Julius Hirsch) oder um ein paar zu pflanzende Sträucher (Heldengedenkfriedhof an der TU-Mensa). Heute geht es dann u. A. darum, das Protokoll zu korrigieren (hier die Tagesordnung). Mal sehen, was „die Herde“ heute (um)treibt 😉

MfG

Nicolas Arndt

Anmerkungen: *es sind natürlich diejenigen direkt ausgenommen, wie Frau Adolph (FDP) oder Herr Bosse (SPD), die sich z. B. gar nicht geäußert hatten, aber später dann doch mit der Masse stimmten. Noch mehr ausgenommen sind diejenigen, wie Nicole Palm (SPD) und Christian Plock (BIBS), die nicht zur Sitzung erschienen sind.

**dieses Statement ist sehr dünn- innerhalb der Linken (sofern man die SPD  [damals noch] dazu zählen möchte / kann bzw. darf) gab es verschiedene Grade von Widerständigkeit und verschiedene Zeitpunkte, ab denen persönlicher und / oder organisierter Widerstand begann. Es würde jedoch den Rahmen eines lesbaren („zumutbaren“) Beitrags sprengen, hierauf ernsthaft bzw. tiefschürfend einzugehen. Fakt ist, dass es damals ein Ergebnis gegeben hat, an dem viele Beteiligte „Schuld“ tragen- es soll niemandes persönlicher Beitrag gegen das Nazi-Regime klein geredet werden, aber auch nichts heroisiert oder herbeifantasiert werden. Es zählen hierin die Lehren, die wir aus dem Vergangenen für das Heute ziehen.

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Hugenberg und http://de.wikipedia.org/wiki/Pathetisch

Soundtrack:

Luxuslärm „Solange es noch geht“, „Soll das etwa Alles sein“ „Hier bin ich“, „Du gehst jetzt besser“ und „Ja ja“

Hör-Empfehlung: http://www.wdr.de/radio/wdr2/westzeit/detail.phtml?id=493439 (Volker Pispers)

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