Libertäre Linke in der Nordstadt (Braunschweig)

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Besser ohne Partei sozial und solidarisch- im Siegfriedviertel, Uni-Viertel, in der Schuntersiedlung, in Kralenriede & am Schwarzen Berg – demokratisch, sozial, gradeheraus und (un)wider(steh)lich.

Krankenkassenbeiträge: Das dicke Ende kommt noch…

(Gastartikel)  Sooo schlimm finde ich die Finanzierungsveränderungen bei den Krankenkassen gar nicht. 0,3 % von einem Einkommen von 2000€ sind 6€. Die kann man ja noch zahlen, wenn die Versorgung damit gesichert ist. Der Arbeitgeber zahlt auch nochmal so viel. Ist doch gerecht. Und damit ist nur die Senkung im Rahmen des „Konjunkturpaketes“ zurückgenommen.

Das ist es, was der einfache arbeitende Einwohner der BRD am Anfang davon merkt. Dazu kommen noch „Zusatzbeiträge“, die Krankenkassen nun ohne Begrenzung einführen können. Bislang sind die erfreulich niedrig, außerdem gedeckelt. Meine Krankenkasse fordert z.B. gar keine.  Der Haken der ganzen Sache ist: Die Deckelung soll wegfallen, und die Zusatzbeiträge zahlt auch nur der abhängig Beschäftigte, nicht der „Arbeitgeber“.
Bürokratie
Der Hammer dabei ist die Bürokratie: der „Arbeitgeber“ soll den Zusatzbeitrag, wenn er bei der Summe von 2% des Bruttoverdienst übersteigt, ab dieser Summe nicht an die Krankenkasse abführen. Aber, aufgepasst, als Berechnungsgrundlage für die Höhe des maximal zu zahlenden Zusatzbeitrages gilt nur maximal ein Zusatzbeitrag, der dem Durchschnitt aller Zusatzbeiträge der Krankenkassen entspricht. Das Bundesversicherungsamt berechnet den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zu jedem Jahresbeginn neu. Unklar ist mir noch, was da der Durchschnitt ist: der Durchschnitt pro Versicherten oder pro Kasse ? Pro Kasse könnten noch viele Kleinkassen mit dem gleichen Gewicht zählen wie die große AOK, z.B..

Ok, also der Versicherte und der Arbeitgeber erfahren diesen Durchschnittszusatzbeitrag, und müssen dann rechnen. Bloss welcher Versicherte hat Lust, jetzt nachzurechnen, ob der Arbeitgeber das richtig gemacht hat ? Welche Partei war nochmal für Bürokratieabbau im Namen der Freiheit ?

Klar ist: das geht in Richtung einer billigen Basisversicherung, die noch paritätisch getragen wird, und einer besseren Versicherung, mit entsprechenden Zusatzbeiträgen. Wollen wir das? Oder wollen wir, dass Gesundheit (und damit auch das Recht zum [guten/ besseren] (Weiter-)Leben), jedem in Deutschland gleich zusteht ?

Übrigens, wenn SPD und Grüne jetzt rumzetern gegen die jetzige Regierung: Wer hat die paritätische Finanzierung aufgegeben (Arbeitnehmer zahlen jetzt schon 0,9% mehr als Arbeitgeber)? Wer hat Zusatzbeiträge eingeführt?

Meine Forderung übrigens: höhere Löhne, die würden auch höhere Beiträge bedeuten. Aber gegen höhere Löhne haben ja alle im Bundestag vertretenen Parteien, außer Die.Linke, schon entsprechende Maßnahmen beschlossen.

(Quelle zu den Fakten: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 7.7.2010)

[Ergänzung vom Admin: http://www.nachdenkseiten.de/?p=6173#h01]

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