Libertäre Linke in der Nordstadt (Braunschweig)

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Besser ohne Partei sozial und solidarisch- im Siegfriedviertel, Uni-Viertel, in der Schuntersiedlung, in Kralenriede & am Schwarzen Berg – demokratisch, sozial, gradeheraus und (un)wider(steh)lich.

Dreh Dich nicht nochmal um…

oder was im Wahlkampf  sonst noch geschah.

Nun hat die Endphase des Wahlkampfs begonnen, manche zittern vor dem, was noch kommt. Letzte Register werden gezogen, jetzt wird jede/r „ArschBriefchen verschicken, um, mehr oder weniger geschickt, auf die unentschlossenen 15- 20% des Wahlvolks Einfluß zu nehmen. Da halte ich es ein bißchen mit Rosenstolz (daher auch der Titel- die Bezirksratssitzung-Nachbesprechung muss leider noch warten)- lass‘ es Liebe sein.

Nun denn, trotz tendenziös-eindeutigen Briefkasten-Aufklebers („Bitte keine Werbung“), erreichte mich ein hektografiertes Schreiben des SPD-Bezirksbürgermeisters W. Pauseim Original hier eingescanntund hierhier– der meint, ausgerechnet mich als seinen möglichen Wähler Untertanen ansprechen zu müssen- er weist, unter mehrfacher Bezugnahme auf sein Amt als Bezirksbürgermeister, auf die vermeintlichen Qualitäten der SPD-Direktkandidatin C. Reimann, ihre angebliche besondere Expertise und langjährige Erfahrung hin und bittet mich um meine Stimme(n).

Reimanns besondere Qualitäten als Pharma-Industrie-Referentin, Kriegsbefürworterin und asoziale Agenda-2010-Verteidigerin wurden hier im Blog schon verschiedentlich- „fesche blasse Lola“ (O-Ton „Leutnant von Tuhetnick“) – meist etwas satirisch- in den Blick genommen, so dass einerseits Herrn Pauses briefliche Ansprache mich nicht „erreicht“, sondern andererseits eher etwas sauer macht. Was bildet sich dieser Herr Repräsentant (für alle BewohnerInnen der Nordstadt!) ein, sein Amt (in dieser Form) im DDR-Stil („der Staatsratsvorsitzende empfiehlt die Wahl der Vorschlagsliste der Nationalen Front“) zu mißbrauchen- will hoffen, dass es zu irgendetwas gut ist (entsprechendes Urteil des Bundesverfassungserichts wird nachgereicht).

Nur zum Verständnis: ich möchte weder C. Reimann noch C. Müller im nächsten Bundestag sehen, für mich sind beide abgeschmackte und eitle Abziehbilder der Schröder-Merkelschen unsozialen, unfriedlichen und unökologischen Politik, welche mit Kohls Amtsantritt am 01.10.1982 ihren Anfang nahm, dem Beginn des (später gesamtdeutschen) Bürgerkriegs gegen SchülerInnen, Arbeitende, Studierende, Azubis, Erwerbslose, Alleinerziehende und RentnerInnen. Insofern ist es mir egal, wer der beiden Pappkameraden MdB in Zukunft sein Ärmchen für Sozialabbau, Krieg,  Atomkraftwerk-Bau und den Abbau der Bürgerrechte hebt. Sie sagt: „es ging nicht anders“- er ist wenigstens ehrlich und sagt: „genau, Atombomben auf den Irak“ (O-Ton 2002).

Unterstützung für Heucheln oder entrückt-Sein? Spielt das wirklich so eine große Rolle?

Ist Stimmensplitting für WählerInnen der Linkspartei (der Grünen/ Piraten/ Tierschutzpartei- you name it) wirklich so ein tolles Ding, worüber sich ein ernsthaftes Nachdenken lohnt?

Ist „man“ gar „dumm“, wenn beide Stimmen der Lieblings-Partei gegeben werden?

Oder ist die/der „dumm“, welche/r eine/n wählt, die/ der im Zweifel mit Parteien koalieren wird, die eine Politik verfolgen, welche völlig entgegengesetzt ist?

Fragen, nur Fragen- hier zu lesen- nicht jedoch im Lobhudel-Brief des Herrn Bezirksbürgermeisters, der mir in Zukunft keine/ noch weniger „wohlmeinende“ Belehrungen über Demokratie zu erteilen hat (Stichwort: Glashaus, im doppelten Sinne- Soundtrack: Rosenstolz- „lass sie reden).

Die Energiekonzerne und die CDU machen im Gegensatz dazu einen etwas leiseren Wahlkampf

Risiken und Gefahren der Atomenergie sollen ausgeblendet, totgeschwiegen werden

die CDU in NRW hingegen bespitzelt ihre Gegner- nachzulesen hier und hier.

Anstatt demütig die so selten gewordene Zivilcourage (Beispiel- U-Bahn-Fall in München vorletzte Woche) zu bewundern und zu fördern und mehr PolizistInnen für einen real merkbaren Streifendienst einzustellen, weil Videoüberwachung solche Verbrechen nicht verhindert, werden seitens mancher PolitikerInnen auf billigste Art und Weise noch härtere Strafen für Jugendliche verlangt und die weitere Verschlankung des Staates gefordert (= weniger Beamte). Ein Artikel der SZ belegt: so einfach, wie sich das „unsere“ Stammtisch-Brüller von CDU-SPD vorstellen, sieht das nicht aus, das Problem ist vielschichtig- nachzulesen hier.

Während manche (Pause, N. Palm, C. Reimann usw.) sich mit sklavischem Gemüt und pseudo-staatsmännischem Untertanengeist an dieser SPD festklammern, sind andere da schon weiter:

Bundestagwahl: Spektakulärer Schritt des Alstom-Betriebsrats

Udo Belz tritt der Linken bei

Ein Paukenschlag in Mannheims Partei- und Gewerkschaftslandschaft, vor allem jetzt, da der Wahlkampf auf die Zielgerade geht – und Udo Belz (Bild) weiß das wohl ganz genau: Der langjährige Betriebsratschef bei Alstom ist Ende der vergangenen Woche überraschend in die Linke eingetreten. Der Gewerkschafter war zuvor 25 Jahre Mitglied der SPD, bevor er sich vor zwei Jahren von den Sozialdemokraten abwandte. Seinen Schritt hatte er damals mit der Einführung der Rente ab 67 gerechtfertigt. Gegenüber dem „MM“ erklärte Belz jetzt, er habe sich schon seit gut einem Jahr mit dem Gedanken des Parteiwechsels beschäftigt, seine Entscheidung sei nun nach einem Gespräch mit dem Bundestagskandidaten der Linken, Michael Schlecht, gefallen. Zwar stimmte er nicht in allen Punkten mit dem Wahlprogramm seiner neuen Partei überein, „sie bietet mir jedoch die meisten Identifikationspunkte“. Er wolle nun dazu beitragen, „Schwarz-Gelb“ zu verhindern.

Belz führt seit 15 Jahren den Betriebsrat des Mannheimer Alstom-Standorts an, bei den jüngsten Wahlen erhielt er 98,7 Prozent der Stimmen seiner Kollegen. scho

Mannheimer Morgen (http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/683955186.html)

21. September 2009

Wenn mehr gestandene SPDler(Innen) und Gewerkschafter(Innen) dem Beispiel des Kollegen Belz folgen würden, würde sich diese SPD wandeln (müssen), davon wegbewegen müssen, sich auf Gedeih und Verderb an die neoliberalen Vorreiter-Parteien ranzuhängen. „Good old mum“= diese Spd_button_2009SPD ist schon lange kein wohlgefälliger Hort von sozialem Gewissen und demokratischem Imperativ mehr. Manche meinen sogar, die SPD hätte auch beim Online-Wahlkampf den Anschluss verloren (der Artikel ist im Übrigen auch für SPD-Mitglieder geeignet, die ihre Scheuklappen bzgl. dieser Art des Wahlkampfs ablegen wollen und in der Lage sind, Kritik zu ertragen und zu rezipieren/ zu verarbeiten- Kostprobe:“(…) Die Sozialdemokratie wird gebraucht, versichert Hubertus Heil. Wasserhövel seinerseits macht keinen Hehl daraus, dass er die Wähler am liebsten – wie renitente Schüler, die beim Rauchen oder Abschreiben erwischt wurden – für ihr Fehlverhalten bestrafen würde. Man müsse den Leuten klar machen, dass sie ohne die SPD sich selbst und dem eigenen Land schadeten. Könnte genau diese pädagogisch-hierarchische Kommunikationshaltung ein Grund dafür sein, dass der Europawahlkampf am Wähler vorbeikommuniziert hat? (…)“). Was war sonst noch? Achja, die SPD in der Nordstadt- fleissig Plakate gepappt, aber in drei Wochen am Nibelungenplatz nur einen halbgaren Infostand- wogegen wir, mal zu zweit und mal zu dritt (Danke an Ralf und Helmut!) an allen drei Freitagen (11., 18., und 25.09.09) unseren Infostand durchführten- eisern, so wie die Linkspartei- auch vor Ort- eben ist. Sozial- ansprechbar- realistisch- auch nach der Wahl. Versprochen.

MfG

Nicolas Arndt, zwei Tage vor der Wahl

p. s. gerade diesen Witz gefunden:

Die Bundeskanzlerin möchte wissen, wie es im Himmel aussieht.

Sie macht sich auf den Weg zu Petrus. Der zeigt ihr die Sängerinnen und Sänger, die immer wieder Hosianna rufen. Er führt Merkel weiter zu den Harfenspielern.
Gelangweilt will sie nun wissen, wie es in der Hölle aussieht. Petrus zeigt ihr auch die. Merkel sieht tanzende Menschen, Menschen, die sich an einem opulenten Mahl laben, Wein, Sekt und Champagner fließen in Strömen. Das gefällt ihr. Sie wählt die Hölle.

Dort angekommen wird Merkel mit der Hitze des Fegefeuers konfrontiert und den darin schmachtenden Menschen. Sie beschwert sich bei Petrus darüber, dass er ihr eine ganz andere Hölle gezeigt habe. “Nun”, meint Petrus lakonisch, “das war vor der Wahl”.

Der Spiegel leidet bei Frau Merkels „Dilemma“ mit- hier nachzulesen. Wohingegen „Extra3“ etwas humoristischer und musikalisch an der Frau Bundeskanzlerin Nöte herangeht- hier zu sehen und zu hören (danke für den Link an rotstehtunsgut.de). Nachtrag- ein sehr interessanter Artikel über den politischen Konservativismus in Deutschland (@Piraten- bitte lesen!) bei npd-blog.info. Wer jedoch Hofberichterstattung bevorzugt, wird z. B. beim Webauftritt der „Welt“ fündig:

Im Gegensatz dazu- eine interessante und weitgehend sachliche Diskussion (leider nur mit Internet Explorer o. Ä. abrufbar).

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One Response

  1. […] der gern kurz vor den Wahlen Werbebriefe für C. Reimann verschickt, s. in diesem Weblog “Dreh Dich nicht nochmal um… “) gebremst hätte, mit dem Hinweis, dass der Hr. Arndt sonst wieder böse Sachen im Internet […]

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