Libertäre Linke in der Nordstadt (Braunschweig)

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Besser ohne Partei sozial und solidarisch- im Siegfriedviertel, Uni-Viertel, in der Schuntersiedlung, in Kralenriede & am Schwarzen Berg – demokratisch, sozial, gradeheraus und (un)wider(steh)lich.

Drei Emails an „Die Welt“

oder wie Presse auf Kritik reagiert.

—- Nach zwei Wochen die Antwort der „Welt“- das ist wohl „Web 2.0“ 😉

Erstmal die drei Emails an die Online-Redaktion der Tageszeitung „Die Welt“ im Wortlaut:

Betr. Fotogalerie

21.06.2009 11:53

Sehr geehrte Damen und Herren,ich habe soeben Ihre Online verfügbare Bildergalerie “

Sturm auf Tempelhof

http://www.welt.de/politik/article3965885/Sturm-auf-Tempelhof.html
angeschaut- mir fiel dabei auf, dass dort die Gesichter von Festgenommenen nicht geschwärzt waren, was mir wie eine bildliche Vorverurteilung erscheint.
Bitte schwärzen Sie in geeigneter Form die Gesichter der Betroffenen, denn als Beschuldigter iSd StPO ist „man“ keine Person der Zeitgeschichte (mehr).Vielen Dank für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen

Nicolas Arndt (cand. iur.)
Braunschweig“

Meine Email von gestern
22.06.2009 18:31
Sehr geehrte Damen und Herren,gestern machte ich Sie darauf aufmerksam, dass es problematisch ist, Gesichter von Festgenommenen nicht „unkenntlich“ zu machen, jetzt blättere ich wieder unter dem Link:
http://www.welt.de/politik/article3965885/Sturm-auf-Tempelhof.html
und sehe nur, dass Sie teilweise bei Bild 1-3 bei den eingesetzten Polizisten die Gesichter „verpixelt“ haben- messen Sie mit zweierlei Maß- hat die „alternativ“ aussehende Dame auf Bild 20 von 32 (streng genommen auch auf den zwei Bildern davor) kein Recht am eigenen Bild/ Recht darauf, als unschuldig zu gelten?

Sie fordern stets die Befolgung von Recht und Gesetz ein- so hat es den Anschein, als ob Sie politisch differenzieren, ob ein Bürger die gleichen Rechte hat wie ein anderer Bürger- oder hat der Polizist, der meinte, seine Dienstwaffe zücken zu müssen, eine Straftat begangen und die Dame auf den Bildern 18-20 etwa nicht? Warum wurde Sie dann festgenommen und der Polizeivollzugsbeamte in Zivil nicht?

Im Übrigen finde ich Ihre „Bildergalerie“ nebst Kommentaren sowieso irreführend und extrem tendenziös- eher Ihres Schwesterblattes mit den vier Buchstaben und nicht einer Tageszeitung würdig, die ernst genommen werden will („Demonstranten recken die Faust gegen die Polizei“-ups, da haben die’s bestimmt mit der Angst bekommen…).

Ob ich mich in Ihrem Anspruch getäuscht haben sollte?

Oder ist Ihr Web-Auftritt nur so etwas wie ein virtueller Schrottabladeplatz für Abgeschmacktes, auf dem sich die PraktikantInnen austoben dürfen?

MfG
N. Arndt (cand. iur.)“

und heute geschrieben-
anscheinend „mission impossible“
15:34
Sehr geehrte Damen und Herren,Ihre mangelnde Reaktion auf meine zwei Emails der letzten fünf Tage bzgl. Ihrer bildlichen Online-Berichterstattung zeigt mir-
es ist gut, dass ich Ihr Blatt nur ein einziges Mal kaufte (meiner Erinnerung nach 1986 in Paris, die Alternative war dort nur die „*ILD“), denn Leser-Hinweise werden von Ihnen entweder gar nicht wahr genommen oder ignoriert.

Ihre Online-Berichterstattung ist, auch was Bildauswahl und Kommentierung derselben anbelangt, m. E. unseriös und keineswegs von Grundgedanken, die unseren demokratischen Rechtsstaats ausmachen, wie Primat der Menschenwürde (Art. 1 GG), Toleranz (Art. 1 und 3 GG) und Gleichbehandlung (Art. 3 I GG), geprägt, sondern von einem Meinungs-Dirigismus durchzogen, wie ich ihn sonst nur bei gelegentlichen touristischen Besuchen in Berlin (Ost) kennen zu lernen das zweifelhafte Vergnügen hatte.

Wie in der letzten Email bereits angedeutet, trennt Sie anscheinend nicht viel von Ihrem Schwester-Blatt aus demselben Hause.

Nun bin ich wirklich gespannt, ob Sie noch reagieren.

MfG
N. Arndt“

„AW: anscheinend „mission impossible“

06.07.2009 14:05

Sehr geehrter Herr Arndt,

Vielen Dank für Ihre Mail und die Gedanken, die Sie sich zu WELT ONLINE gemacht haben.

Wir haben Ihre Mail aufmerksam gelesen.
Ihre Bedenken zu dem Nicht-Schwärzen von Gesichtern auf Bildern zu Artikeln haben wir bereits intern an die entsprechende Redaktion weitergeleitet.

Dass Sie ferner keinen Gefallen an unseren Artikeln finden konnten, ist bedauerlich.
Doch sehen Sie den Artikel nicht als festgesetzte Meinung, sondern als Aufforderugn und Chance für Sie als Leser, aktiv an den Diskussionen im Kommentierungsbereich teilzunehmen.
WELT ONLINE hat vor einiger Zeit begonnen, den Lesern die Möglichkeit zu geben, sich direkt zu Artikel zu äußern und sich mit anderen Lesern auszutauschen. Wir möchten damit eine demokratische Plattform bieten, auf der jeder die Möglichkeit hat, sich ohne großes technisches Wissen und ohne selbst Redakteur sein zu müssen, seine Meinung zu äußern.

Somit haben Sie ganz öffentlich die Möglichkeit, zu dem Artikel Stellung zu nehmen.
Wenn es keinen Hinweis auf Kommentare unter einem Artikel gibt, so ist diese Funktion nicht aktiviert worden. Weshalb das dann in entsprechenden Fällen so ist, kann nur der betreffende Autor beantworten.
Sie haben jedoch immer auch die Möglichkeit, auf WELT DEBATTE Kommentare zu aktuellen Themen zu verfassen und mit anderen Lesern zu diskutieren.

Wir würden uns freuen, demnächst auch von Ihnen Beiträge in den Diskussionsforen zu lesen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr WELT ONLINE Team

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: N. Arndt
Bereitgestellt: Donnerstag, 25. Juni 2009 15:35
Bereitgestellt in:
Unterhaltung: anscheinend "mission impossible"
Betreff: anscheinend "mission impossible"

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre mangelnde Reaktion auf meine zwei Emails der letzten fünf Tage
bzgl. Ihrer bildlichen Online-Berichterstattung zeigt mir-
es ist gut, dass ich Ihr Blatt nur ein einziges Mal kaufte (meiner
Erinnerung nach 1986 in Paris, die Alternative war dort nur die "*ILD"),
denn Leser-Hinweise werden von Ihnen entweder gar nicht wahr genommen
oder ignoriert.

Ihre Online-Berichterstattung ist, auch was Bildauswahl und
Kommentierung derselben anbelangt, m. E. unseriös und keineswegs von
Grundgedanken, die unseren demokratischen Rechtsstaats ausmachen, wie
Primat der Menschenwürde (Art. 1 GG), Toleranz (Art. 1 und 3 GG) und
Gleichbehandlung (Art. 3 I GG), geprägt, sondern von einem
Meinungs-Dirigismus durchzogen, wie ich ihn sonst nur bei gelegentlichen
touristischen Besuchen in Berlin (Ost) kennen zu lernen das zweifelhafte
Vergnügen hatte.

Wie in der letzten Email bereits angedeutet, trennt Sie anscheinend
nicht viel von Ihrem Schwester-Blatt aus demselben Hause.

Nun bin ich wirklich gespannt, ob Sie noch reagieren.

MfG
N. Arndt

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