Libertäre Linke in der Nordstadt (Braunschweig)

Icon

Besser ohne Partei sozial und solidarisch- im Siegfriedviertel, Uni-Viertel, in der Schuntersiedlung, in Kralenriede & am Schwarzen Berg – demokratisch, sozial, gradeheraus und (un)wider(steh)lich.

Dem geschenkten Gaul schenk‘ ich eine Fischfrikadelle

oder welches Braunschweiger Weblog hat die bescheuertsten Überschriften 😉

Sitze grade in der Mensa und esse Fischfrikadellen mit Kartoffelbrei, daher der blöde Teil der Überschrift.

Regelmäßige Nordstadt-Weblog-, „NB“, „Unser Braunschweig“- bzw. „BZ“-LeserInnen wissen, dass auf ein tolles Schloß auch eine tolle Metallfigur gehört, die den autokratischen (=selbstherrschaftlichen) Anspruch der zum Glück längst verblichenen Monarchen in kitschiger Form ausdrückt.

Die große Chance Braunschweigs- bedingt durch die Kriegszerstörungen- etwas weniger Kitsch (manche nennen das „Prunk“) im Stadtbild zu haben, wird so nach und nach verspielt:

zuerst mit der ECE- bzw. Credit Suisse-eigenen „Schloßrekonstruktion“ (die meisten „kids“ sagen dazu allerdings einfach „Schloß“, weil sie nicht wissen, wo der Unterschied liegen soll- ob für diese „Banausen“ ein klein wenig schlecht gemachter historisierender Klimbim den Bildungsstand in geschichtlicher und architektonischer Hinsicht auf ein tolerables Niveau heben hilft, bezweifle ich allerdings- PISA…), die den Schloßpark verschluckte,

dann mit den unseeligen Reiterstand-Bild-Hottehüs (vor dem „Schloß“- sie reiten weg vom ECE, also Richtung Westen, Angriffsrichtung Peine 😉

und nun mit dieser sog. Quadriga, also vier monumentalen Pferden aus Metall, die eine Frau mit Helm im Streitwagen ziehen (Symbol der Haupt-Zielgruppe des „ECE-Center“, reiche und gelangweilte Frauen ominöser Potentaten?). Ein langweiliges Motiv, passend zu einer langweiligen, trotzdem wenig durchgestylten Innen-Stadt, deren Sinn sich im Wesentlichen im Arbeiten, Einkaufen, Video-Überwachen und Schlafen erschöpfen soll- das gibt natürlich keine/r so zu, nur die ewigen Meckerpötte (zumeist aus der Linken) mosern ständig, anstatt sich beständig, stets und immerdar an allem Tollen zu erfreuen.

Also diese vier Gäule nebst Frau im Wagen („quat cheveux frappe une madame“-QCFUM sozusagen) gehören eigentlich dem Richard, diesem Münzonkel, der einen am Sonntag-Morgen anrufen lässt, damit er verschlafenen Menschen seine Sonder-Münzen in Silberplatte verhökern kann.

Irgendwie ist dieser Borek, Richard dadurch so reich geworden, dass er sich fühlen müßte wie weiland Alfred Hugenberg, als dieser den zukünftigen „Führer und Reichskanzler“ sponsorte. Ja, ein fieser Vergleich, denn Borek lässt lieber im nahen Ausland (Tschechien, Polen …) friedlich kapitalistisch-billiger produzieren für den Versand seiner „einmaligen Angebote“, als sein Vorbild im Geiste, dem direkte Ausbeutung mit Waffengewalt (=2. Weltkrieg) nützlich(er) erschien. Deswegen sind solche Herren „Unternehmer“ nicht weniger fragwürdig.

Nun fragt der/die LeserIn, was ist das Schlimme daran, dass Borek die QCFUM besitzt?

Genau, er besitzt sie nicht mehr, er hat sie der Stadt geschenkt, abgesegnet von CDU, FDP und SPD.

Unsere Stadt wird die zu erwartenden immensen Kosten nur teilweise über Eintrittsgelder wieder hereinholen können, den Rest zahlen (wie so üblich bei Hoffmannschen „Großtaten“) die BürgerInnen, also DU, sie, er, es und ich.

Auffällig im Übrigen auch, dass sonst ALLES privatisiert wird, an das man (im Geiste) ein Preisschild kleben kann: Parks, Stadtwerke, städtische Gebäude usw. usf. Jetzt gehören die Gäule (QCFUM) der Kommune, zu wessen Nutzen?!

Empfehle den später (2011, 2016) folgenden Ratsmitgliedern, die mit der zukünftig armen Stadt Braunschweig klar kommen müssen, im Übrigen die „Rückgabe“ der QCFUM aus § 519 BGB (Einrede des Notbedarfs), alternativ kann auch jede/r kreativ sein und überlegen, inwieweit und womit den sauberen Herren B. und H. etwas „Notbedarf“ verursacht werden kann, denen „ihre“ Stadt so wertvoll ist, dass B. sich auf seine (unsere!) Kosten bereichern darf (ersparte Aufwendungen … lest mal §§812 ff BGB), ohne dabei rot zu werden (im Gesicht natürlich nur ;-), mehr geht bei solch einem traditionsbewussten Großbürger, dem stets der Puderzucker anal eingebracht wird, sowieso nicht).

An „good ol‘ mama“ SPD nur die Botschaft:

ihr habt entweder keine Leute, die 1 und 2 zusammenzählen können oder die waren grad im Urlaub- schlimmstenfalls habt ihr euch bestechen lassen, wie die CDU es beim Milleniums-Müllberg getan haben soll. Beim Rest der Zustimmenden (CDU/FDP-Gruppe) ist Nachdenken sowieso Mangelware wie Anno 1946 die Butter und die Zigarette(n). Nönö, ich tausche deren Dummheit nicht gegen einen 3-Euro-Taschenrechner ein

(viel wichtiger als die Gemeindeordnung, an die sich z. B. „mein“ Bezirksbürgermeister Pause- SPD- in der letzten Bezirksratssitzung nicht gehalten hat, die „GO“ ist nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt ist, bei einem Taschenrechner kann höchstens die Batterie leer sein, nicht das Gewissen),

ich schenke jedem Gaul der QCFUM lieber eine fettige, fetttriefende rundum braune Fischbulette 🙂

MfG (wer den Reim im Artikel findet, der kriegt auch ’ne Fischbulette)

Nicolas Arndt

Soundtrack: von Achim Reichel „Aloha Heja He“ und von Den Ärzten „Du Bist Nicht Mein Freund“- for English please listen to Joy Division’s „Shadowplay“ and Sheryl Crow „God bless this mess“ (meine Neu-Entdeckung des Jahres bei den Sängerinnen- gute Stimme, niemals eintönige Musik, dazu tiefsinnige, trotzdem witzige Texte, immer sozialkritisch, einfach prima!)

—Nachtrag:

LINKE kündigt Kippen des Hoffmann-Vorschlages an

SPD und BIBS wollen, dass über die geschenkten „Borek-Pferdchen auf dem Vorhängeschloss“ – Quadriga – im Rat debattiert werden soll. Diesen Wunsch will nun Oberbürgermeister Hoffmann umsetzen und schlägt vor, einen Tagesordnungspunkt „Braunschweiger Residenzschloss – Bilanz und Ausblick“ auf die Tagesordnung der Ratssitzung zu setzen. Da dies kein dringlicher Punkt ist, muss der Rat einstimmig über die Aufnahme dieses Punktes beschließen. Dazu schrieb Hoffmann an den SPD Fraktionsvorsitzenden Pesditschek: „Aber ich glaube nicht, daß irgendein Mitglied des Rates sich unserem gemeinsamen Wunsch verschließen wird, und so freue ich mich mit Ihnen über eine grundlegende Aussprache am Dienstag in dieser Angelegenheit.“

Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Rat der Stadt Braunschweig, Udo Sommerfeld: „Aus dem Wunsch von SPD, BIBS und Herrn Hoffmann wird nichts werden, da wir nicht mitmachen. Wir sehen nicht ein, dass für die Stadt wesentliche Punkte wie Kita-Entgeltstaffel, Integrationskonzept oder Soziale Stadt in der Weststadt in der Ratsdebatte zurückstehen sollen, nur damit das Lieblingsthema des Herrn Hoffmann zum x-ten Mal publikumswirksam diskutiert wird.“

— Nachtrag No.2:

schenkung-qcfumzip

(ist ein Archiv, umbenennen- „.pdf“ löschen, dann z. B. mit „WinZip“ öffnen)

Advertisements

Einsortiert unter:Allgemeines, Fundstück, Lokales, Nachtrag No2, Nachtrag!, Presse, Soundtrack, Wirtschaft, , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: