Libertäre Linke in der Nordstadt (Braunschweig)

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Besser ohne Partei sozial und solidarisch- im Siegfriedviertel, Uni-Viertel, in der Schuntersiedlung, in Kralenriede & am Schwarzen Berg – demokratisch, sozial, gradeheraus und (un)wider(steh)lich.

CDU redet gern allein

…eine platte, fast schon lustige Überschrift? Ja. (aktueller Nachtrag vom 05.02.08)

Keineswegs eine lustige Sache ist das Vorhaben der CDU, im Braunschweiger Rat die Redezeit (noch) weiter zu begrenzen- hier nachzulesen: CDU will Redezeit im Rat begrenzen.pdf
Da will CDU-Fraktionsvorsitzender Sehrt sich die Reden von Udo Sommerfeld (Die Linke. BS) nicht länger (so) lange anhören, bemerkt gar nicht, dass kleine demokratische Errungenschaften so nebenbei seiner persönlichen Bequemlichkeit geopfert werden sollen und er sich in den Ruch begibt, Anti-Demokrat zu sein.

Unmerklich für die breite Öffentlichkeit wird so den Anti-Demokraten vom rechtesten Rand (NPD& Co.) die Munition geliefert, um gegen die Republik zu hetzen. Schon die sog. Weimarer Republik hatte damit zu kämpfen, dass ihr die Unterstützer mehrheitlich abhanden kamen, bis am Schluss nur noch wenige, zumeist sog. Vaterlandsverräter (Linke und Gewerkschafter) für die Republik eintraten. Insofern ist Hr. Sehrts Vorpreschen eine Fortsetzung des fatalen Fehlers der „Bürgerlichen“ seit grob zweihundert Jahren, sich in der Krise fast immer an autoritäre Heilsbringer zu hängen bzw. ihnen den Weg zu bereiten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Napol%C3%A9on_Bonaparte

Dass die Entscheidungen falsch waren, versuchte ein Teil der „Bürgerlichen“ in Frankreich 1803*, in Italien 1943 und in Deutschland 1944 mit mehr oder weniger erfolgreichen Putsch-Versuchen aus dem Gedächtnis zu löschen.

„Man habe sich doch gewehrt“ soll im Geschichtsbuch stehen, nicht der stets falsche Weg, sich gegen

Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit (Liberté, Egalité et Fraternité)

zu wenden.

In dieselbe Kerbe haut Frau Köhler von der CDU, wenn sie sagt:

Wenn ein ausländischer Jugendlicher einen Deutschen zusammenschlägt, ist das genauso ein Fall von Rassismus wie umgekehrt!“ (Quelle: diverse News-Dienste vom 24.12.07)

Alles in einen Topf schmeißen, zuschei*en, wegschmeißen?

Schon die fälschliche Annahme, „Ausländer“ könnten „Deutsche“ am Äußeren erkennen, entlarvt die Denkart dieser sog. Expertin, rückt sie in die Nähe der NPD, nachzulesen hier (*).

Wie viele Koslowkis, Kowalskis, Rennebarts usw. im Laufe der Jahrhunderte durch unser jetziges Staatsgebiet liefen, flüchteten oder auch marschierten, dabei ihre Spuren durch Kind und Kegel hinterließen, vermag selbst ein Völkerkundler nur zu erahnen. Frau Köhler ordnet jedoch das dem „gesunden Volksempfinden“ so ureigen innewohnende Bild „des Deutschen an sich“ hinein in eine erschreckende, sinnlose und brutale Bluttat, welche vor einigen Tagen in München geschah, bei der ursächlich eher der Konflikt Alt-Jung der Auslöser gewesen sein wird (vergleiche diesen Artikel auf „TP“). Es freut sich der Stiefel-Nazi und reibt sich die Hände, denn so kann er ganz zwanglos und unverkrampft Bezug nehmen auf die Äußerung der sog. CDU-Expertin und die „enorme Ausländerkriminalität“ und damit seine und die Taten seiner „Kameraden“ reinwaschen als bloße Reaktion oder gebotene Notwehr. Ohne Gefühlsduselei (+).

Wie instinktlos allerdings auch SPD-Landtagsabgeordnete sein können, zeigte sich bei der Podiumsdiskussion der im Landtag vertretenen Parteien Mitte Dezember in Neuerkerode: jede/r auf dem Podium sollte von sich und seinem Alltag erzählen. Die SPD-Politikerin- nur stilecht mit Doppelnamen 😉

sprach von ihren älteren Verwandten in grader Linie (Mutter, Großmutter), freute sich über deren fortgeschrittenes Alter und rühmte sich dann ihres doch recht guten genetischen Materials. Peinlich ist dazu noch eine milde Beschreibung.

Trotz allem wünsche ich euch und Ihnen eine im besten Sinne besinnliche Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr

Nicolas Arndt

Anmerkungen:

*“Napoléon ließ die organisierte politische Opposition bekämpfen, gleichzeitig versuchte er sowohl die ehemaligen Anhänger der Jakobiner wie auch die Royalisten in den neuen Staat zu integrieren. Im Fall der letzteren spielte das Konkordat mit Papst Pius VII. von 1801 eine wichtige Rolle. Als Bonaparte nach einer aufgedeckten Verschwörung im August 1803 um Georges Cadoudal, Pichegru und General Moreau den Herzog von Enghien, einen Angehörigen des ehemaligen Königshauses, in Deutschland entführen, verurteilen und erschießen ließ, bedeutete dies einen Rückschlag für den Versöhnungsprozess und löste insbesondere im Ausland heftige Proteste aus.“
(*) „Wenn sich die NPD für die so genannten Belange des Volkes einsetzt, steht außer Frage, dass nicht alle Einwohner der Bundesrepublik Deutschland gemeint sind: „Und wir verstehen unter dem Begriff ‚Volk‘ keine euro-afro-asiatische Mischbevölkerung der BRD, sondern alle Angehörigen des Deutschen Volkes“, so der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt. (1) Wer das ist, drückt sein Vize Holger Apfel noch deutlicher aus: „Nur wer deutsches Blut in seinen Adern fließen lässt, kann für uns ein Deutscher sein.“ (2)
(+) „Ohne Gefühlsduselei
Chronik zu 60 Jahren CDU Braunschweig
„Viel bewegt – und weiter geht´s“ lautet das Motto: Eine 76 Seiten starke Chronik über die Geschichte christlich-demokratischer Politik in der Stadt Heinrichs des Löwen hat der traditionsbewusste CDUKreisverband Braunschweig im Dezember 2005 aus Anlass seines 60. Geburtstages vorgelegt.
9000 Euro wurden dafür aufgebracht, mehr als die Hälfte der Summe kam durch Anzeigen wieder herein. Mit der Gestaltung wurde eine Werbeagentur vor Ort beauftragt. Auch bei den Texten überließen die Braunschweiger nichts dem Zufall, sondern engagierten Klaus Langhardt, einen langjährigen Redakteur der Braunschweiger Zeitung, als redaktionellen Leiter.
So sind die Artikel nicht nur journalistisch flott formuliert, sondern nehmen auch – was in Parteikreisen noch eher ungewöhnlich ist – inhaltlich bisweilen eine distanziertere Position ein. Schließlich ging es den Chronisten darum, Vergangenes auch „erneut zu bewerten und dabei nicht gefühlsduselnd und freudetrunken alles zu ignorieren, was Anlass zur Kritik geben könnte“, wie es im Editorial heißt.
60 Jahre nachdem sich am 7. Dezember 1945 im Braunschweiger „Haus zur Hanse“ unter dem Vorsitz des ehemaligen Lehrers Otto Meyer zehn Personen trafen, um über die Gründung einer Ortsgruppe der Christlich-Demokratischen Union zu beraten, ist die Braunschweiger CDU, die seit 2001 mit Gert Hoffmann nach langer Oppositionszeit wieder den Oberbürgermeister stellt, erfolgreicher denn je.
Kein Wunder, dass die Stimmung bei der Feierstunde „60 Jahre CDU Braunschweig“ phantastisch war.
„Die Herausforderungen der letzten 60 Jahre waren nicht gering, und doch haben aufrichtige Männer und Frauen sie mit der Gemeinschaft der CDU Braunschweig gemeistert“, betonte die Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Heidemarie Mundlos. Ihnen zur Ehre schufen die Braunschweiger Parteifreunde mit der Chronik ein bebildertes Andenken.“ (aus CDU-Journal Nds. „Magazin“ 03/2006, S. 48, erhältlich über Website der CDU Niedersachsen , lesenswert auch das Gelobhudel der CDU über ihr „Schloß“, s. 46/47 und die Anzeigen, z. B. der Porsche AG, sie wünscht der nds. CDU viel Erfolg- ein Schelm, der angesichts des VW-Gesetzes nicht an Böses denkt)
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