Libertäre Linke in der Nordstadt (Braunschweig)

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Besser ohne Partei sozial und solidarisch- im Siegfriedviertel, Uni-Viertel, in der Schuntersiedlung, in Kralenriede & am Schwarzen Berg – demokratisch, sozial, gradeheraus und (un)wider(steh)lich.

Heisse Steine, Tropfen und der Besitz

Howdy Folks!

Wieder hat ein Sommermonat angefangen, massenweise Baustellen als Strafe dafür, dass man zu Hause geblieben ist bzw. bleiben musste, bisweilen nervige Hitze, dann wieder energischer Regen, zwischendrin immer wieder die sog. Saure-Gurken-Zeit.

Hierunter leidet besonders die lokale Presse derart, dass sie (in Form der von mir regelmäßig gelesenen“nB“) jeden „Pfurz“ eines gewissen Herrn H. aus dem Rathaus zum Aufmacher werden lässt- alles wie gehabt eigentlich, ob nun bei Sonne und Regen oder bei Schnee und Eis.

Trotzdem ist es immer mal wieder interessant, sich die Verwertungs-, Verschleierung- und Verdummungs-Mechanismen eines Teils der kostenlosen lokalen Zeitungsprodukte zu Gemüte zu führen:

– Beispiel 1:

Ausbildungsplatzmisere- „nB“ vom 19. Juli 2007, Seite 7

nb-ausbildungsmisere-190707.jpg

– Beispiel 2:

Stadtbibliothek- „nB“ vom 05. August 2007, Seite 5

nb-stadtbibiliothek-050807.jpg

Beginnen möchte ich mit Beispiel 2.

In Zeile 2-3 des Haupttextes ist die Rede vom „restaurierten Residenzschloss“- ist diese Formulierung tatsächlich sachlich oder soll sie transportieren, es handele sich nicht um ein „Kauf-Schloss“ mit drangehängtem „Kultur-Teil“?

Der Rest des Absatzes erscheint weitgehend sachlich, wie aus einer Pressemitteilung abgeschrieben durch (m), also den Schreibenden der „nB“-redaktion.

Dann erfolgt die Äußerung des OB Hoffmann

(keine Zeitungsausgabe ohne „unseren“ von ganz rechts nach mitte-rechtsaussen verbogenen, gütig lenkend gestaltenden Verwaltungs-Tagelöhner),

ganz so, als ob er allein sich Erfolge gutschreiben kann- aber:

gibt es diese Erfolge wirklich- wie tragfähig ist die Datenbasis aus dem ersten Absatz? Um welchen Zeitraum geht es bei der Anzahl der Besucher pro Woche? Werden Frauen nicht gezählt? Was ist eigentlich „früher“- 1955, 1995 oder 1911? Der Artikel informiert nicht richtig, er wirft uns ein, zwei Brocken hin, die wir schlucken sollen. Halbgar und inhaltsarm. Journalistisches „Junk-Food“, „McDoof“ für’s Hirn zweimal pro Woche. Traurig für eine Zeitung mit 200.000 Leserinnen und Lesern.

Wieder spricht Hr. H. von „unserem

(achja, ich dachte, es gehört „Credit Suisse“)

wieder aufgebauten Welfenschloss (ohoh, wer herrscht dort wieder!)“

und davon, dass „die Braunschweiger“ (…) „ihr Schloss in Besitz“ nehmen würden.

Juristisch hat Hr. H. recht-

die Masse der Schlossfläche wird von der Stadt Braunschweig gemietet und

ein Mieter ist Besitzer,

nur Eigentümer ist er nicht (BGB, 1. Semester).

Faktisch lenkt nicht der Rat der Stadt oder der Herr OB die Geschicke des sog. Schlosses, sondern das „Center Management“ und mittelbar die Aktionäre der „Credit Suisse“.

Die Stadt, also indirekt wir Bürgerinnen und Bürger, müssen BITTEN, ein Beispiel dafür war die Fassade Richtung Magni-Viertel.

Falls eines Tages sich der Welfen-König wieder festsetzen sollte und damit dem Wort vom „Residenzschloss“ Ehre machen würde und die Braunschweiger wiederum das Schloss abbrennen- so sollte ihnen gesagt werden:

NEIN, haltet ein, es ist kein Schloss, es ist nur eine Kaufhalle mit kitschiger Fassade.

Ob sich der sog. Mob von diesem Satz aufhalten ließe, wage ich zu bezweifeln, denn gegen jahrelange Fehlinformation durch „BZ“, „nB“ usw. ist nun mal kein Kraut gewachsen.

Schade um die viele Arbeit der vielen zugereisten unterbezahlten Bauarbeiter aus ganz Europa-

seid nicht traurig, der durchschnittliche Braunschweiger ist so blöd, „das Schloss“ sich stets alle paar Jahrzehnte wieder neu aufbauen zu lassen, mal mit Monarch drin, mal mit SS drin und jetzt mit Otto-Manen gefüllt, leider gibt’s dazwischen immer Krieg.

In der Zwischenzeit rühren und wühlen diese verdammten Revoluzzer, früher war auch mal die „SPD“ mit dabei, gegen „Glanz und Gloria“ und lassen nicht locker, bis das Schloss wieder brennt und irgendwann folgerichtig abgerissen werden muss.

Zwischenfazit:

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird- und- neben der Tradition der sog. aufgeklärten Monarchie hat Braunschweig auch eine revolutionäre und liberal-bürgerrechtliche Tradition (Hallo, Hr. Dr. Biegel- wie wäre es mal mit ein, zwei Vorträgen dazu? Oder ist Ihnen dies Eisen zu heiß?).

Zum Beispiel 1:

Die Stadt sei ein „Konzern“, wieder und wieder wird es schwadroniert, dann beklatscht und dies verlumpte Unwort in Zusammenhang mit unserem Gemeinwesen gebracht.

Aber bereits der Anfang der Artikels ist eine Offenbarung:

es gibt keinen Autor!

Die „nB“ veröffentlicht (ungekürzte?) Pressemitteilungen, ohne darauf hinzuweisen. Denkwürdiger Journalismus, fürwahr 😦

(wird fortgesetzt ... ) 

MfG

Nicolas Arndt

(Soundtrack- nächste Woche … )

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One Response

  1. Prof. Dr.h.c. Gerd Biegel sagt:

    Leider habe ich diese Seite erst jetzt zufällig entdeckt und frage mich, warum die Frage nicht direkt an mich gestellt wurde, denn wenn DIE LINKE noch öfter als -erfreulicherweise -bisher zu meinen Vorträgen gekommen wäre, hätte sie feststellen können, daß dieses Eisen mir keineswegs zu heiß ist -warum auch? – sondern sehr oft, u.a. auch im Kontext der Gewerkschaftsgeschichte sehr wohl von mir angesprochen wurde und wird (siehe meine Vorlesung in diesem SS an der TU). In diesem Sinne, stets für Anregungen Ihrerseits aufgeschlossen grüßt Ihr Prof. Dr.h.c. Gerd Biegel

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